Graveltour Rheintal – Jura

05.09.2026

Eigentlich war das ja ein Testballon: Die erste Gravel-Tagestour im X*TRA-Programm. Angesagt war nicht nur grober Fluss-Schotter entlang des Rheins, sondern auch „feiner“ Kalkstein im Jura. Und es galt herauszufinden, ob Gravel als Tagestour funktioniert und bei den „Testfahrern und – fahrerinnen“ ankommt?
Somit machten wir uns zu sechst frühmorgens in Baden auf den Weg, um das herauszufinden. Über das Surbtal ging es gleich in hohem Tempo um den Klingnauer Stausee und weiter nach Leibstadt. Dort haben sich dann – sinnigerweise im Windschatten des KKW-Kühlturms – spontan die ersten hoch-spannenden Diskussionen zur aktuellen Energiepolitik ergeben. Schwerpunkte waren aber nicht die Kernkraft, sondern die Photovoltaik und die Wärmepumpen im heimischen Mix. Da liessen sich die technisch-beruflichen Wurzeln einiger Teilnehmer nicht verleugnen.


Hurtig ging es weiter nach Laufenburg, dem ersten Tagesziel. Hier gerieten wir unvermittelt in die Vorbereitungen zum Altstadtfest mit der Installation „Stühle verrückt“ und es wurde höchste Zeit für den ersten Espresso, bevor wir dann zum Mittagessen in das gemütliche Restaurant Probstei wechselten. Begleitet wurde das ausgiebige Mahl von weiteren intensiven Diskussionen. Wir waren ja gut in der Zeit.
Beim Start in den zweiten Teil der Tour, nach einem überwiegend flachen ersten Teil, kam dann unvermittelt der „Mann mit dem Hammer“ – sprich die ersten berüchtigten Rampen des Juras am Heuberg (558 m ü.M.). Auch wenn der Weg als offizielle Veloroute ausgeschrieben war, hätten wir derart hochprozentiges nach dem Essen gerne in anderer Form konsumiert. Nun ja, da konnte nur Regel #5 der Velominati helfen: „Beiss die Zähne zusammen!“


Tapfer hielten wir bis Sulz durch und es ging bald in den letzten Anstieg des Tages zum Cheisacher Turm (698 m ü.M.). Die etwas unwirkliche Aussicht auf Mittelland und den Alpenbogen war gezeichnet von der extremen Trockenheit und der nahenden Regenfront. So stürzten wir uns in die rasante Abfahrt in das Weinbaudorf Remigen, aufgelockert durch kurze Flowtrails und
verschiedene Rebberge. Von dort war es nur noch ein kurzer Sprung entlang des Limmattals zurück nach Baden.

Fazit

  • Das Tempo war hoch, wir hätten es locker auch bis nach Rheinfelden als Tagesziel geschafft. Nichtsdestotrotz wurde die gewonnene Zeit für anregende Diskussionen genutzt – ein nicht zu unterschätzender Gewinn.
  • Jurarampen soll man fürchten oder schlau umfahren (Gruss an Sepp).
  • Die Kunst der Tour liegt in der Abwechslung: „Fifty Shades of Gravel“ lassen grüssen – mit allen Spielarten von grob bis fein.
  • Insgesamt hat das Format Gravel als Tagestour seinen ersten Test bestanden und lässt sich 2027 sicherlich auf andere Regionen ausweiten, die nicht nur spannende Wege, sondern auch Stoff für Diskussionen bereithalten.

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