Hochtourig unterwegs
Das vergangene Wochenende (Freitag und Samstag, 04./05.09.) rund um die Tierberglihütte SAC begeisterte mit viel Geselligkeit, spannendem Knowhow und (auch wettertechnischer) Abwechslung.
Treffpunkt war das Restaurant Steingletscher, wo sich Gümmeler, Töffs und Autos bei schönstem Spätsommerwetter die Sustenpassstrasse teilten. Hier gab es für die nächsten zwei Tage die letzten Cappucini und Nussgipfel, bevor wir nach einer kurzen Begrüssung und Instruktion der Bergführerin Angelina Huwiler die Autos parkiert stehenliessen. Die Rucksäcke wurden bei Bedarf nochmals entschlackt, die Ausrüstung kontrolliert, die Klettergstältli montiert – und dann gings auch schon an den Felsen.

Wir starteten alle gemeinsam am hochalpinen Klettersteig Tierbergli (B/C). Bei einem wunderbaren Panorama und Blick auf den Steinsee (und Walflosse!) hielten wir unsere erste Hydration- bzw. Snack-Break, um gestärkt in die zweite Runde zu gehen. Einige entschieden sich hier für den blau-weissen Wanderweg, während sich der andere Teil weiterhin als Klettergeisse, Böcke und Zicklein beweisen wollte.



Erfüllt vom Aufstieg und temporärem Pulsanstieg trafen wir oben im Ziel bei der Tierberglihütte SAC wieder zusammen und genossen bei T-Shirt-Temperaturen, Aperóplättli und Jungfrauenbier die Bergwelt und das gemütliche Zusammensein. Nach dem Abendessen und einem kurzen Briefing bei Sonnenuntergang wurde der erste Tag ausgeklungen und verkrochen sich die ersten ins Massenlager zurück, wohlwissend, dass es wahrscheinlich keine sehr lange Nacht werden wird.
Gefühlte wenige Stunden später (4:30 Uhr) war Tagwache, 15 Minuten später traf man sich mit kleinen Äugli zum Morgenessen, bevor um 6:00 Uhr alle eingepackt, mit Seil bepackt und auf Steigeisen stehend die eigentliche Hochtour begann.
Vorbei an A- und V-Gletscherspalten und Saharasand bestäubten Firnfeldern kraxelten die vier Seilschaften den Gletscher hoch, bis der Gipfel des Hinteren Tierberg erreicht war. Den letzten Teil galt es ohne Steigeisen und am kurzen Seil zu bewältigen, wobei der Grat mit seinem leuchtend orangen und ockerfarbenen Gestein besonders hübsch anmutete.

Dem Wind, Nebel und Nieselregen trotzend traf die XTRA-Truppe gutgelaunt gegen Mittag erneut in der Berghütte ein, um die letzte Mahlzeit auf 2795 m.ü.M. zu geniessen. Mit neu erlerntem Wissen und einem hochalpinen Abenteuer mehr im Gepäck machten wir uns anschliessend an den steilen Abstieg (ca. 1000 Höhemeter), wobei die Hochtour erprobten Oberschenkel alle sicher den Berg runtertrugen, Muskelkatergarantie inklusive.

Es waren zwei sehr gemütliche, gelungene und lehrreiche Tage in den Urner Alpen, und der nächsten Hochtour steht nichts mehr im Weg – ausser vielleicht die rasante Gletscherschmelze.