Am Mittwochmorgen begann unsere viertägige Ski-Hochtour zum Glanerköni (Tödi 3613 m). Früh am Morgen trafen wir uns und fuhren mit unseren Privatautos Richtung Urnerboden. Die Vorfreude auf die kommenden Tage war gross, und bereits während der Fahrt herrschte eine fröhliche und gespannte Stimmung. Auf dem Urnerboden angekommen trafen wir auch unseren Bergführer Tom und Roli. Wir hatten es nicht eilig und legten zuerst einen gemütlichen Kaffeehalt ein. Anschliessend nahmen wir die kleine Seilbahn hinauf zum Fisetengrat.
Dort angekommen, schnallten wir unsere Tourenskis an und machten uns bereit für den ersten Anstieg. Der Weg führte uns stetig höher in die nun winterliche Bergwelt. Trotz der Anstrengung war die Stimmung ausgezeichnet, und Schritt für Schritt näherten wir uns unserem ersten Tagesziel, dem Gemsfairenstock.


Oben auf dem Gemsfairenstock wurden wir mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Die verschneiten Gipfel und die klare Bergluft machten diesen Moment zu einem besonderen Erlebnis. Nach einer kurzen Pause genossen wir die herrliche Abfahrt zur Claridenhütte. Bereits am Nachmittag trafen wir bei der Claridenhütte ein. Der Hüttenhund hatte riesige Freude an uns und machte durch langes, lautes Gebell auf sich aufmerksam. Dies und der Anblick von sieben durstigen Männern veranlasste Angi die Hüttenwartin nach Bier zu schauen. Dann liessen wir es uns auf der Terrasse gutgehen, genossen ein kühles Bier und feinen Kuchen. Die Hütte war nur wenig ausgelastet, wodurch wir viel Platz hatten und die gemütliche Atmosphäre einer fast leeren Hütte in vollen Zügen geniessen konnten. Bei einem feinen Znacht und allerlei Räubergeschichten liessen wir den ersten Tourentag entspannt ausklingen. Am nächsten Morgen ging es früh los. Wir genossen das feine Frühstück und noch vor Sonnenaufgang machten wir uns auf den Weg Richtung Clariden. Unterwegs wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenaufgang belohnt, der die umliegenden Gipfel in warmes Licht tauchte. Schritt für Schritt stiegen wir höher, bis wir schliesslich den Gipfel des Clariden erreichten. Dort erwartete uns erneut eine fantastische Aussicht. Natürlich durfte auch Thomis legendärer Kuchen nicht fehlen, den wir auf dem Gipfel zur Hälfte genüsslich verspeisten.


Gestärkt nahmen wir die kurze Abfahrt Richtung Planurahütte unter die Skier. Anschliessend traversierten wir via Sandfirn entlang der imposanten Tödi-Nordwand bis zum Sandpassweidli. Danach führte unsere Route erneut bergauf zum Ochsenstock, bevor wir schliesslich zur Fridolinshütte abfuhren. Auch dort liessen wir es uns gutgehen. Mit einem Bier in der Hand, einem gemütlichen Jass und einem feinen Abendessen genossen wir den Abend in bester Gesellschaft und freuten uns bereits auf den nächsten Höhepunkt der Tour.

Am folgenden Morgen starteten wir erneut sehr früh. Diesmal wollten wir dem König die Ehre erweisen und einen Besuch abstatten. Noch im Dunkeln montierten wir unsere Stirnlampen und machten uns auf den Weg. Dank des Rekognoszierens am Nachmittag zuvor durch Thomi und Tom fanden wir einen idealen Weg bis hinunter zum Einstieg auf den Gletscher. Teilweise angeseilt und mit Steigeisen ausgerüstet stiegen wir über den Gletscher und den Bifertenfirn Richtung Gipfelplateau auf. Dank unserem Bergführer Tom fanden wir den idealen Weg durch die Schlüsselstellen und nach einem kurzen Steilhang standen wir schliesslich auf dem Piz Russein, dem Bündner Tödi und gleichzeitig höchsten Punkt des Tödi-Massivs.



Oben angekommen genossen wir erneut Thomis legendären Kuchen. Und ich war ehrlich gesagt auch froh, dass ich diesen nun nicht mehr mittragen musste. Die Aussicht war überwältigend, und das Wetter zeigte sich erneut von seiner allerbesten Seite. Danach folgte eine traumhafte Abfahrt in bestem Schnee zurück zur Fridolinshütte, wo wir unsere letzte Nacht verbrachten. Am nächsten Morgen liessen wir den Tödibesteigern den Vortritt und als in der Hüte Ruhe einkehrte genossen wir das Frühstück und machten uns dann auch auf den Weg. Gleich ging es rauf in Richtung Ochsenstock. Von dort führte unsere Route via Obersand zurück auf den Gletscher und weiter über die Beggilücke, und den Claridenfirn unter das Tüfelsjoch. Beim Tüfelsjoch hiess es dann: Skier aufbinden. Es folgte ein steiler Aufstieg zum Joch, bei dem einige Leitern sowie verschiedene Seilmanöver notwendig waren, um sicher hinauf und auf der anderen Seite wieder hinunter auf den Urnerschnee zu gelangen.



Zum Abschluss wartete nochmals ein echtes Highlight auf uns: eine lange, herrliche Schlussabfahrt zurück zum Urnerboden.Es waren vier eindrückliche Tage mit grossartigen Bergen, traumhaften Abfahrten, gemütlichen Hüttenabenden und unvergesslichen Momenten in bester Gesellschaft.