Tourenbericht vom 6.9.
Es ist Samstagmorgen im Oberberg.
Nur schon das Blinzeln mit den Augen im Bett verrät, dass sich alle schweren Regenwolken verzogen haben. Das wunderbar zubereitete Frühstück von Corinne und Reto weckt alle Lebensgeister und schon geht es ab Richtung Pragelpass. Beim Parkplatz begrüssen wir die NeuzuzüglerInnen! Die Sonne scheint immer noch und 9 XtralerInnen strahlen mit ihr um die Wette. Plaudernd und lachend durchstreifen wir auf dem Gebiet des Bödmerenwaldes kleine Alpwiesen und offene Wälder. Nach dem vielen Regen ist der Boden weich und federnd! Ein schönes Gefühl. Schon bald befinden wir uns unterhalb eines Felsens, der uns über längere Zeit begleiten wird. Über uns sind senkrechte Wände, respekteinflössend und wunderschön zugleich! Der Weg schlängelt sich leicht steigend, dem Hang entlang. Immer wenn sich der Wald lichtet, haben wir tolle Ausblicke ins Muota- und Bisistal. Schon bald grüssen uns von Ferne der Clariden, das Schärhorn und majestätisch der Tödi. Ab und zu helfen Fixseile, den Blick in die Tiefe besser zu ertragen und die gefährlichen Wegstücke zu meistern. Immer wieder wischen wir uns den Schweiss von der Stirne. Es ist heiss!

Im Chalbertal begrüsst uns Kuhgebimmel. Auf einer kleinen Anhöhe mitten in den Erikabüscheln essen wir Zmittag. Uns gegenüber liegen bekannte Skitourengebiete: Das Firsthöreli, das Träsmerenhoreli und der Glatten. Sie wecken schöne Erinnerungen. Eine kleine Vorfreude auf den Winter keimt auf. Schon bald erreichen wir wieder den Rand des Bödmerenwaldes. Er ist einer der grössten Urwälder des Alpenraums. Vor uns die Silberen.
Unser Wandergruppentatzelwurm bewegt sich nun über feuchte Wiesen, kleine Täler, Wiesengrate und an Dolinen vorbei Richtung Oberer Roggenboden. Dort wird uns alles serviert, wovon wir schon seit Stunden geträumt haben: Saurer Most, Bier, Holundersirup und Kafi. Langsam kommt Hunger auf: Haben die Fliegenfischer wohl etwas gefangen oder wären alle froh, wenn wir ein Rind von der Alp mitbrächten?
Über WhatsApp erfahren wir unverzüglich, dass bereits 16 Forellen gefischt worden sind! Bravo! Der Grillabend ist gerettet. Dass wir uns nun in einem nationalen Urwald, dem Bödmerenwald, befinden, erleben wir nun auf dem Rückweg zum Parkplatz. Schlanke Tannen, Moose und hohe Farne begleiten den glitschigen Pfad. Mit sauberen Schuhen ins Auto steigen zu können, wird leider zum Wunschdenken.
Zusammen mit ganz vielen Jägern erreichen wir die Autos! Während die Jäger bereits etwas zum Feiern haben, freuen auch wir etwas müden WanderInnen und Wanderer uns auf den versprochenen Apéro im Oberberg. Ich aber mache mich in Muotatal auf den Heimweg! Barbara, Yvonne, Monika S. , Xenia, Jens, Hampi und ich danken euch, Dani und Gertrud, ganz herzlich für die wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderung! Wir kommen gerne wieder mit!
Monika Andres