Nein, mal vorab, dieser Tag war kein Yogacamp, und doch?? Bleibt dran, mehr dazu später!
Die von Susanne ausgeschriebene und geleitete Tour, die «5-Seen Wanderung am Pizol» ist schlichthin ein Klassiker unter den Bergwanderungen in der Ostschweiz. An Wochenenden willst du nicht dahin! Dann bewegen sich Massen, um diese 5 wunderbaren Seen und tollen Ausblicke zu geniessen. Darum machten sich an diesem Werktag 10 XTRA-er auf diese Wanderung.
Paar Tage zuvor gab es einen Kälteeinbruch, ja eben eine Schafskälte, mit einer Schneefallgrenze um die 2000m! Arme Schafe…zu dieser Jahreszeit sind sie frisch geschoren und leiden dann unter dieser Sommerkälte….und wir armen XTRA-ler? Na ja, dafür haben wir ja in der Bekleidung das Zwiebelprinzip erfunden. Also aufgehts! Die Wettervorhersagen für diesen Tag waren gut und alle auch bergerfahren. Der Rucksack ist gepackt, und meine Vorfreude ist gross. Dann noch kurz vor’s in die Haia geht schaue ich noch mein Handy an! Susanne schiebt noch kurz ein Foto in den Wanderchat, ein Foto von der Webcam Pizolhütte, und dies noch kurz vor dem Eindunkeln!
Man konnte erahnen, dass weit oberhalb der Hütte ein wenig Schnee liegt. Eigentlich habe ich den Trailschuh, meinen beliebten HOKA bereitgestellt. Aber UUPS, Schnee, da muss etwas mehr Profil an den Schuh, also neuer Schuh bereitstellen.

Die Bahnen Wangs-Pizol lüpften uns hoch zur Pizolhütte (2222m). Dort angekommen, gabs dann den versprochenen Kaffee und Gipfeli! Susanne, bestens vorbereitet, erklärt uns den Ablauf des Tages. Noch herrschen kühle Tempis, der Himmel ist bedeckt und auch Nebel kann schöööön sein, oder! Gut gelaunt geht’s los, hoch Richtung Wildseelücke (2493m). Von einem Bähnler haben wir erfahren, dass ein Angestellter den Weg abmarschiert sei, um zu spuren, d.h. eine Fussspur anzulegen! Ist ja nett… denn die Wanderung soll ja möglichst familienfreundlich und sicher sein!

Diese 250 Hm hatten es in sich. Nodigsno nahm die Schneehöhe zu, Susanne stampfte uns flott den Weg hoch zur Lücke. Weil an den steilen Grashängen bereits Rutsche niedergingen, war «Abstandhalten» angesagt. Sommer und Abstand halten, cool, oder? Ich denke im oberen Bereich zur Lücke lag ca 30cm Schnee. Sicheres und konzentriertes vorwärtsbewegen war angesagt.
Niemand möchte ins Rutschen geraten, denn das könnte weh tun…..hier kommt’s: Claudia ergriff das Wort und erzählte uns von einem kürzlich besuchten SAC-Kurs. Wenn du in’s gleiten kommst, dann musst du dich subito so drehen, dass dein knackiger Po gegen den Himmel gerichtet ist, und du eben den
«Herabschauenden Hund» anwendest, also Kopf abwärts zum Boden gerichtet. Und dann diese Ausrichtung sollte das Abrutschen stoppen und dich vor Unheil schützen! Danke Claudia, und das wäre eben doch etwas Yoga gewesen am Berg! Trittsicher und gut geführt brachte uns Susanne auf die Wildseelücke. Aber wir kommen nicht aus dem Staunen raus, denn es sind winterliche Verhältnisse am Berg!

Wangsersee, Wildsee, Schottensee, Schwarzsee und Baschalvasee heissen diese 5 Seen. Jeder prächtig in seiner Art und anders gefärbt. Anders gefärbt…? Ich sah nur grau, nebulöses und schwarz. Fehlt doch die Sonne und der reflektierende Himmel für das Farbspektrum. Früher hätte man gesagt, den teureren Farbfilm kannst du zuhause lassen, schwarzweiss genügt!! Aber, unsere staunenden Augen durften bizarre Eisformationen an Fels und Gras erleben, und dies vom Feinsten. Sachte führte uns Susanne durch den
Schnee und die Seenlandschaft. Das Gebiet zählt noch zum östlichsten Teil des Unesco Welterbe Gebiet Sardona. Viel Gestein- und Geologie Wissen durften wir von Susanne erfahren. Sardona-Geologie Quizfrage an dich Leser: «Alt über jung oder jung über alt»? Wir erleben eine Bergwelt eher auf der mystischen und besonderen Art, wohlgemerkt für eine Sommerwanderung.

Ein tolles Panorama sehe man und wird vom Tourismus so versprochen, aber nix! Wozu braucht’s denn dies? Jeder weiss, dass da drüben die Churfirsten sind und dahinter die Toggenburger hausen. Und das Rheintal kennt ja auch jeder! Im unteren Teil, neben dem Wanderweg, gibt es eine grosse Panoramatafel, und da konnte jeder seinen Lieblingsberg aussuchen und mitteilen was er gerade auf der Tafel gesehen hat. Genügt für heute! Wir sind in den Bergen und da gehört Wolken und Nebel auch dazu. Sonst kannst du ja ins Blue Cinema MAXX und bei Popcorn 360 grad Vergnügen das Pano auskosten.
Gut gelaunt kamen wir alle unten bei der Alp Gaffia an. Wir lassen das spezielle «Sommermärchen» noch einmal Revue passieren. Danke Susanne und allen Teilnehmern für die eindrückliche «Sommerwanderung» und die sehr achtsame Art wie alle mit solchen Verhältnissen umgegangen sind. Eben XTRA-like!

Ich freue mich auf weitere «Yogalektionen am Berg», bin ich doch selber ein Yogi.
Alle Fotos der Tour findest du in diesem Album.