Skitourenwoche in Nordmazedonien

Organisiert von Josef und begleitet von Bergführer Jürg Haltmeier wagten wir das Abenteuer Nordmazedonien, ein noch weitgehend unbekanntes Skitourengebiet. Trotz seiner südlichen Lage bietet Nordmazedonien schöne Berge und genügend Schnee.

Das Abenteuer begann am Freitag, 21. Februar, am Flughafen Zürich. Nach dem planmässigen Flug wurden wir in Skopje von unserem lokalen Führer Jonche empfangen. Die anschliessende Fahrt durch die Nacht brachte uns ins Hotel Scardus im Popova Shapka Skigebiet, wo wir ein spätes Abendessen genossen.

Bei strahlend blauem Himmel startete am Samstagmorgen unsere erste Skitour. Der Anstieg führte uns über schön eingeschneite Berghänge. Weiter oben begann der Wind immer stärker zu werden. Nach etwa 800 Höhenmetern genossen wir eine erste herrliche Sulzschneeabfahrt und nach einem weiteren Aufstieg von rund 400 Höhenmetern fuhren wir wieder ins Tal ab. Während sieben Teilnehmer zurück ins Hotel gingen, nutzten fünf die Gelegenheit, mit einem uralten und lottrigen Sessellift nochmals hinaufzufahren. Der weitere Aufstieg dann bei starkem Sturm über gefrorenen Schnee bot eine besondere Herausforderung, die aber alle heil überstanden.

Am Sonntag brachte uns eine Snowcat (das ist eine Pistenmaschine mit Kabine für den Personentransport) ab Hotel circa 800 Höhenmeter hinauf, wo uns ein lokaler Guide durch Nebel und Wind wieder talwärts führte. Eine zweite Fahrt mit der Snowcat brachte uns erneut hoch, gefolgt von einer herrlichen Sulzschneeabfahrt im unteren Bereich. Weiter ging es mit den Fellen wieder den Berg hinauf, bevor die letzte Abfahrt zurück zum Hotel führte. Mit dem Bus fuhren wir dann nach Arnica und zum Hotel Korab. Ein reich gedeckter Speisetisch rundete den Abend ab.

Am Montagmorgen bestiegen wir einen VW Amarok, einen Land Rover und einen Mitsubishi und fuhren offroad in den Nationalpark Mavrovo bis an die Schneegrenze. Dazwischen Zoll- und Polizeiformalitäten, da wir uns in der Nähe der albanischen Grenze befanden. Der Abmarsch startete auf ca. 1300 müM entlang eines ehemaligen Militärwegs in Richtung Korab. Hier fanden wir Überreste militärischer Unterkünfte, wo Verwandte unseres Guides Jonche während der Jugoslawienkriege stationiert waren. Nach der Abfahrt zu Hirtenschutzhütten auf ca. 2100 müM und Wiederaufstieg genossen wir eine herrliche Abfahrt über weite Schneefelder und durch den Buchenwald zu den Jeeps, die uns zurück zum Hotel brachten. Die Fahrt nach Ohrid im Bus endete mit einem ausgezeichneten Abendessen am See im Restaurant Kajche.

Den Dienstag verbrachten wir in Ohrid mit Stadtbesichtigung. Die Führung begann mit geschichtlichen Einblicken von Jonche. Wir erfuhren, dass Bulgarien, Griechenland und Albanien Ansprüche auf mazedonisches Territorium erheben und dass der Balkan von vielen Völkern, darunter Römer, Slawen, Osmanen und Türken, beeinflusst wurde. Ohrid, auch bekannt als „Jerusalem des Balkans“, ist die Stadt mit 365 Kirchen. Wir besichtigten zwei davon, beide alte, romanische Kirchen und innen vollständig ausgemalt. Der Weg führte weiter zum römischen Amphitheater. Ein Spaziergang entlang des Sees rundete den Tag ab.

Der Mittwoch begann mit der Fahrt in den Nationalpark Galicia. Von 1580m aus starteten wir den Aufstieg zum Magaro auf 2255müM. Auf dem Gipfel herrschte dichter Nebel, doch die anschliessende tolle Sulzschneeabfahrt entschädigte die fehlende Aussicht. Nach einem weiteren Aufstieg führte uns die Abfahrt durch den Buchenwald mit schwerem und stumpfem Schnee. Der Tag endete mit der Busfahrt nach Bitola und mit einem üppigen Abendessen mit grossen Fleischplatten.

Tags darauf die Tour zum Muso Peak, die uns entlang eines Pfades durch ein Naturschutzgebiet mit einer sich aggressiv verbreitenden Kieferart führte. Kurz vor dem Gipfel begann es zu stürmen, doch die Abfahrt durch den Sulzschnee und an den Bäumen vorbei machte die Mühen wett. Nach einer Mittagspause beim geschlossenen Restaurant am nahegelegenen Skilift fuhren wir zurück nach Bitola, wo uns eine sehr interessante Stadtführung und ein üppiges Abendessen erwarteten.

Der Freitag begann mit einer Fahrt zu einem Parkplatz, von wo aus uns Jeeps weiter ins Tal in Richtung Pelister brachten. Auf dem Pelister wird eine grosse Funkstation betrieben, Arbeitsplatz unseres Führers Jonche. Es war eine holprige Fahrt durch den Waldsumpf und über Schnee, wobei die Jeeps in den tiefen Gleisen hin und her geschaukelt wurden. Gemeinsam mit dem Stationspersonal und deren Lebensmitteln für 10 Tage wurden wir mit den Snowcats auf den Sattel vor dem Peak Pelister gebracht. Nach der besten Abfahrt des Tages folgte der Aufstieg zum Tagesziel Pelister auf 2601müM, leider im Nebel. Nach einer Pause und der Besichtigung der Funkstation genossen wir eine weitere Sulzschneeabfahrt zur Berghütte. Nach einem kurzen Zwischenaufstieg beendete dann die finale Abfahrt durch den Wald zurück unser Skitourenprogramm. Anschliessend erfolgte die Fahrt nach Skopje mit dem Bus.

Den Samstag, 1. März, verbrachten wir in Skopje. Die Stadtführung mit Guide Rante begann mit einem Besuch der Burg und der Moschee (Mustafa Pasha), gefolgt von einem Spaziergang durch die touristische Altstadt (Bazar). Über die steinerne Brücke gelangten wir zum Platz Mazedonien und besuchten den Platz von Mutter Teresa. Am Abend verabschiedeten wir uns von Jonche und traten den Rückflug nach Zürich an.

Die Skitouren in Nordmazedonien boten uns nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch kulturelle und geschichtliche Einblicke. Diese Reise wird uns allen in bester Erinnerung bleiben. Unser Dank geht an Josef für die Initiative und Jürg Haltmeier für die einwandfreie Organisation dieser Skitourenwoche.

Alle Fotos der Tour findest du in diesem Album.