Bike Tour ans Ende der Schweiz

Tag 1 (Yverdon-Le Pont)

Wer dabei sein will, muss früh aufstehen am Donnerstagmorgen um dann pünktlich um 6.22 im Zug Richtung Yverdon zu sitzen. Irgendwo nach Solothurn ändert sich etwas schlagartig: der vertraute Nebel verschwindet und die Sonne strahlt uns entgegen. Wenn da nicht die Vorfreude auf ein sonniges und sportliches Auffahrtswochenende steigt. In Yverdon angekommen machen wir unsere Bike’s bereit und gönnen uns erst einmal einen Kaffee. Danach geht’s auf Waldwegen über sanfte Hügel nach Romainmôutier. Im geschichtsträchtigen Dorf mit Kloster stärken wir uns bei einem guten Mittagessen.

Romainmôutier

Die Stärkung nehmen wir gerne entgegen, denn nun beginnen die eigentlichen Höhenmeter der Tour. Einmal kurz hoch, runter, wieder hoch und dann ein bisschen Bike-Bukeln und schon stehen wir auf der Dents de Vaulion. Gelohnt hat’s sich!

Nicht wegen dem Trubel auf dem Gipfel (der ist nämlich von der anderen Seite her mit dem Auto erreichbar), sondern wegen der Aussicht. Von hier aus können wir 7 Seen (welche denn?) zählen. Wir erspähen den Gipfel des Mont Blanc in der Ferne oder schweifen mit unseren Blicken über die Hügel und Wälder des angrenzenden französischen Juras. Währendem wir unsere müden Beine hochlagern ist bald die Rede von einer Unterhopfung. Da hilft nur noch die schwungvolle Trailfahrt runter zum Lac de Joux, wo wir in unserem Hotel dem Zustand der Unterhopfig trotzen können.
Und so verbringt die 15 Köpfige Xtra-Truppe beim einen oder anderen kleinen Bierchen einen gemütlichen Abend in Le Pont am Lac de Joux.

Höhen- und Geschwindigkeitsprofil Yverdon – Le Pont

Relive ‘Ans Ende der Schweiz Teil 1’

Tag 2 (Le Pont-La Cure)

Freitagmorgen, die Sonne scheint verheissend über dem Lac de Joux. Wir stehen voller Tatendrang mit unseren Bike’s bereit. Das Gepäck ist im Begleitfahrzeug und dieses macht sich auf den Weg. Auch die Xtra-Truppe will los…wäre da nicht dieser eine Helm, der sich verflixt noch mal im Begleitfahrzeug befindet. Ohne geht’s nicht, das ist klar. Auch tausend Anrufe erreichen den Fahrer nicht und so muss ein gemieteter Helm her (beziehungsweise ein Velo, da es den Helm nur mit Velo gibt).

Nach diesem kleinen Missgeschick geht’s endlich los und spätestens bei der Fahrt durch den Bilderbuch Jura, sind alle wieder begeistert! Unser Weg führt durch saftige Wiesen voller Blumen, über sanfte Hügel, vorbei an einer letzten Kuh und dann ab in den Wald. Hier bleiben wir und folgen der Schweiz-Französischen Grenze im Zick Zack auf teils flowigen, teils verblockten und vor allem wurzeligen Trails immer ein wenig rauf und runter.

Bei einem kurzen Halt im Wald bauen wir spontan und übermütig einen kleinen Bike-Trage-Technik Kurs ein. (Wer weiss, vielleicht brauchen wir das ja noch?) Die Mittagspause verbringen wir auf einem Aussichtspunkt mit Blick auf die verschlafene Ortschaft Chapelle des Bois und das Hochmoor mit seinem strahlend-blauen See. Nach dem jeder seine 2-3 mitgenommenen Sandwichs vertilgt hat, wird’s plötzlich ruhig in der Gruppe. Wir sind uns einig, es gibt wohl nichts schöneres als ein kleines Mittagsschläfchen in der Natur!

Weiter geht’s durch den Foret de Risoux und ein technisch herausfordernder, leicht verblockter aber nicht minder genialer Trail führt uns runter zum Lac de Rousses. Auf dem Anstieg zum Städchen Rousses überwältigt uns die Schönheit der Natur wieder einmal: eine saftig-grüne Wiese übersäht mit gelbem Soitätsch so weit das Auge reicht! Nach soviel Schönheit braucht es zuerst einmal einen Apero in Rousses!

Danach geht’s die letzten Kilometer nach La Cure ins Hotel Arbez Franco-Suisse. Der Name ist Programm, denn das Hotel wurde direkt auf der Grenze gebaut. So befindet sich während des Abendessens auf der einen Seite des Tisches die einen Xtraler in Frankreich und auf der anderen Seite des Tisches die anderen Xtraler in der Schweiz.

Was wohl alle gemeinsam haben ist das üppige, für die Region typische Abendessen: ein Teller mit Kartoffeln, Speck, Käse, Wurst, Käse, Käse und garniert mit einem ganzen geschmolzenen Weichkäse. Hungrig wie wir sind verspachteln wir alles und versuchen dem Käseklumpen im Magen mit einem Bier entgegenzuwirken. Gute Nacht…

Höhen- und Geschwindigkeitsprofil Le Pont – La Cure

Relive ‘Ans Ende der Schweiz Teil 2’

Tag 3 (La Cure – Nyon)

Guten Morgen Sonnenschein. Schon bei der Abfahrt am Samstagmorgen können wir unseren heutigen Gipfel sehen. Die weisse Satellitenkugel zieht uns magisch zum Gipfel La Dôle hoch.

Ein paar Kurven, ein paar Rampen, ein paar Fluchworte, ein paar Schweissperlen, eins zwei Mal das Rad stossen und schon sind wir fast auf dem Gipfel. Zuerst müssen wir aber noch verschnaufen und vor allem das Schneefeld auf 1500 M. ü. M. im Juni begutachten. Ah, was nicht fehlen darf ist natürlich das obligate Gruppenbild (nicht das erste und nicht das letzte).

Dann geht’s hoch auf den Gipfel, wo wir eine atemberaubende Aussicht auf die Alpen geniessen. In der Mitte der majestätische Mont Blanc, rechts die französischen Alpen und links das uns bekannte Schweizer Gipfel Panorama… wir versuchen die einzelnen Gipfel zu benennen…Dents du Midi, Grand Combin und welches ist jetzt genau das Matterhorn?

Wer jetzt meint, dass das das Highlight der Tour war, der hat das beste zum Schluss noch nicht gelesen: Die Abfahrt von La Dôle (1677 M.ü.M.)!!! Die 1300 flowigen, ersklassigen, technisch-anspruchsvollen, blockigen, droppigen und atemberaubenden Trail-Höhenmeter lassen so manches Biker Herz höher schlagen! Auch als wir in der Mitte der Abfahrt einen kleinen Pannenstopp einlegen, bleiben die Mundwinkel weit weit oben. Noch so mancher Kritiker musste zugeben, dass es ihm doch auch ein bisschen gefallen hat.

Noch ganz beschwingt von dieser tollen Abfahrt kommen wir in Nyon an, verpacken unsere Bikes im Begleitfahrzeug und gönnen uns ein letztes Bier. Danach geht’s glücklich und vielleicht auch ein bisschen müde mit dem Zug wieder zurück nach Baden.

Eine landschaftlich hervorragende Tour mit viel Wetterglück, tollen Wegen und Trails in exzellenter Gesellschaft!

Übrigens: Diese Tour und zukünftige Touren sind auch den weiblichen Xtra’nerinnen nur wärmstens zu empfehlen! Die Jungs sind eine lustige, sehr zuvorkommende Truppe und so wild auf dem Bike sind sie auch wieder nicht. 😉

Höhen- und Geschwindigkeitsprofil La Cure – Nyon

Relive ‘Ans Ende der Schweiz Teil 3’

Hier geht’s zum ganzen Fotoalbum des Anlasses.

Loschi hat noch die gesamte Tour aufgezeichnet:

One Comment

  1. Sepp

    Für mich als Leiter war es eine sehr schöne und einfach zu leitende Tour, freute ich mich doch nicht als einziger schon seit letztem Winter darauf, diese einsame uns kaum bekannte Gegend zu erkunden. Alle machten freudig mit und die Gruppe blieb kompakt zusammen, beim Biken und auch danach. Das fantastische Wetter und der unfallfreie Ablauf dieser doch 3 Tage Gelände-biken und tragen sind nicht selbstverständlich. Kompliment gebührt auch Loschi der dafür besorgt war keinen Teilnehmer zu verlieren, Georges der sich diese Tour in seinem Alter noch zutraute und fast mithalten konnte sowie an Deborah, die als Frauenquotlerin locker in allen Belangen mithalten konnte und noch für den obigen Bericht / “Aufsatz” zu begeistern war, merci.
    Freue mich auf nächste kleine Abenteuer mit Euch, Sepp

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