Schneeschuhtour Mettmen

Freitag: Endlich ist alles gepackt. Ich halte mein Barryvox in Händen. Insgeheim klopfe ich mir auf die Schulter – ich habe daran gedacht, neue Batterien einzulegen. Ich grabe in meinem Hinterstübchen. Leider wollen meine grauen Hirnzellen keine zusammenhängenden Informationen ausspucken….

Samstag:

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Akustisch gesehen müssten wir das versteckte Barryvox längst gefunden haben. Trotzdem sind wir seit gefühlten fünf Minuten am Schaufeln – schweren, nassen Schnee. Vor mir steht Janis in einem knietiefen Loch. Es ist schwierig mit Schwung zu arbeiten und gleichzeitig darauf zu achten, die hinter mir tätige Person nicht zu verletzen.

Bereits beim Kaffeehalt auf der Fahrt nach Matt im Sernftal wurde der Wunsch nach einer Auffrischung der LVS-Kenntnisse geäussert. Und so profitiert nun ein hübsches Frauenpower-Grüppchen von einem aufschlussreichen, privaten Trainingsblock. Pius coacht, stellt Fragen, treibt uns an. Währenddessen sich die erfahrenen Hasen abseits einen Schluck aus ihren Flaschen gönnen und Tipps beisteuern.

Kurz darauf geht es weiter – einen stündigen Aufstieg von Weissenberge entlang dem Stäfelitrail haben wir schon hinter uns. Im Sommer wäre es eine idyllische Wanderung über grüne Wiesen, vorbei an wenigen alten Holzschobern und durch lichte Tannengruppen. Heute führt die Tour über vom gestrigen Regen stark geprägte Schneefelder. Von der weissen Masse hat es genug, doch die warmen Temperaturen und das Wasser haben Furchen im Weiss hinterlassen. Es sieht aus wie gekämmt – die Gegend hat sich xtra für uns schöngemacht…

Unsere Mittagsrast halten wir auf der Stäfelialp. Da geniessen wir die prächtige Aussicht unter strahlend blauem Himmel. Später, nach 5 km und 520 Hm und einem kurzweiligen Abstieg sitzen wir draussen auf der Terrasse des Berggasthauses Edelwyss und löschen unseren Durst. Wir verweilen nur kurz. Pius hat noch mehr mit uns vor. Dank seiner perfekten Planung gelingt die Verschiebung per LSB Bähnli runter nach Matt, von da per Auto zum Bahnhof Schwanden, weiter per Taxi nach Kies und per Luftseilbahn hoch zum Garichti-Stausee ohne grosse Wartezeiten.

Das freundliche Personal des im 2016 neu eröffneten BERGHOTEL METTMEN erwartet uns bereits. Hier beginnt unser VERWÖHNPROGRAMM. Wobei wir aus dem Vollen schöpfen, jeder nach seinem Gusto, sei es Whirlpool, Sauna, Regendusche, Liegehalle, Spaziergang am See, einem Muskat-Cappuccino auf der Sonnenterasse oder einer erfrischenden Schweppes am Kaminfeuer der gemütlichen Lobby. Das Abendessen ist ein Gaumenschmaus. Die Betten weich und kuschelig. Der Geruch des Arvenholzes in unserem Zimmer begleitet mich bis in meine Träume.

Sonntag:

Um 6.45 Uhr ist Tagwache. Wir wollen gemütlich das reichhaltige Frühstücksbuffet mit Weitsicht geniessen. Bereits um 8 Uhr heisst es abrechnen und abmarschieren. Wehmütig schaue ich zurück. Ein geteerter aber streckenweise vereister schmaler Weg (die einzige blessurbringende Stelle dieses Wochenendes) führt zwischen fast mannshohen Schneewänden hoch zum Stausee, wo wir uns für die bevorstehende Tour versammeln. Das Leiterteam um Pius hat sich gestern Abend über Lawinensituation und Route beraten und entschieden, heute im Gebiet Freiberg Kärpf über die Sunnenbergfurggele zur Leglerhütte auf 2273m aufzusteigen. Die Sonne lacht und es verspricht ein weiterer prächtiger Tag zu werden. Ein Grund, weshalb Pius bereits um 14.00 Uhr wieder zurück im Hotel sein möchte. Vor uns liegen 12 km und 750 Hm, die wir in 5 ½ Std. zu bewältigen haben. Schnell werden zwei Gruppen gebildet. Zügig überqueren wir die Staumauer entlang des Garichtisees und gelangen in das mit über 450 Jahren älteste Wildschutzgebiet Europas.

Gämse und Hirsch lassen sich leider nicht blicken, so muss eine grosse Felswand voller Eiszapfen als Fotomotiv herhalten. Obwohl die Tour heute länger ist als gestern, fällt mir das Schneeschuhlaufen viel leichter. Über lange Strecken steigt unser Weg nur sanft an, gelegentlich sind kurze steilere Abschnitte zu bewältigen. Erst als wir am Ende des Tales anlangen, gilt es eine letzte längere Steigung zu bezwingen. Kurz vor der Hütte bläst uns ein starker, eisiger Wind fast aus der Spur. Unterwegs gab es nur kurze Trinkpausen, so knabbere ich im Windschutz an der besonnten Hauswand ein paar Nüsse. Wir schlürfen den spendierten Milchkaffee, schiessen ein Gruppenfoto und machen uns wieder auf den Rückweg. Ein letzter Blick in die Weite über weisse Bergflanken und grüne Täler. Entlang derselben Spur geht’s zurück.

Immer wieder halten wir Sicherheitsabstände ein. Auf dem Abstieg zieht sich unsere Gruppe soweit auseinander, dass die vorderste Person noch als kleiner, dunkler Fleck in der weiten, tief verschneiten Bergwelt zu erkennen ist. Pünktlich auf die Minute – echt beeindruckend – sind wir zurück am Stausee. Im Berghotel Mettmen geniessen wir noch einmal den hauseigenen Kaffee und irrsinnigfeinen Streuselkuchen bevor wir uns auf den Weg ins Tal und nach Hause machen.

Vielen herzlichen Dank Pius und Helfern für dieses wundervolle, abwechslungsreiche, ausgewogene Wochenende. Schön war’s…

Hier ist das ganze Album zum Anlass.

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